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Mirine – Frühchristlicher Komplex
Westlich vom antiken Forum entstand am Übergang von der Antike ins Mittelalter in Mirine ein imposanter frühchristlicher Komplex. Mit der Form des Kreuzgrundrisses gehört die Kirche zu den sakralen Objekten des lateinischen Kreuzes, die durch die Übertragung des zentralen Symbols des Glaubens direkt in den Mittelpunkt des Projektes entstanden ist.
Das Pastophorium (1A; 1B) beschreibt die Seitenwände, mit dem sie organisch verbunden sind und die gegenseitig begehbaren Sekretarien (2A; 2B) lenken die halbkreisförmige Apsis und die Miserikordie (3) in Richtung Altar und in Richtung kreisförmigem Confessio (4), die sich darunter befindet. Das kirchliche Confessio ist ihr größtes Heiligtum. Dies ist ein kleiner unterirdischer Raum mit Zugang, ein symbolisches Altargrab, für das Aufbewahren und das Beschützen von Reliquien von Heiligen oder Martyrern im Reliquiar – in Gefäßen oder Reliquienschreinen. Die Kreuzform des Confessio suggeriert die Lage der Reliquiare in ihren Kraken. Durch ein steinernes Gitterfensterchen konnten die Gläubiger manchmal mit den Reliquien kontaktieren. Das Presbyterium (5) war erhöht, durch das Septum von der Kirchenhalle und vom Querschiff abgetrennt sind hatte eine hohe Brüstung – mit einer Reihe von reliefartigen Steinplatten in den Säulen. Für die Konstruktion des Bauwerks dieser Brüstung wurden die monumentalen Blöcke des vernichteten Forums der antiken Stadt verwendet.
Die großen Bogenfenster und zwei Biforen ließen durch die Steingitter ausreichend Tageslicht ins Presbyterium und Kirchenportal hinein. Die Kirche breitet seine Flügel vom Presbyterium über den Altar und das Confessio durch das Querschiff aus, über die Halle bis zur Vorderwand (6) mit imposantem Kirchentor, im Modul von hundert Fuß (29,54m) bis zum Narthex (7), der Kirchenvorhalle geschlossenen Typs.
Der südliche Haupteingang in die Kirchenvorhalle führt durch einen Turm (8), der außer einer Verteidigungsfunktion im Erdgeschoss auch eine sepulkrale Funktion hatte.
Der nördliche Eingang in die Kirchenvorhalle (9) entstand aufgrund des Verlaufs der antiken Fulfine, einer Stadtstraße, die von Norden nach Süden verlief, und die auf Bestehen eines Friedhofs oder einer undicht besiedelten Wohngegend zurückführen lässt.
Die Schwelle an der südwestlichen Kirchenwand entlang schützt das Bauwerk und bildet einen intimen Innenbereich des Innenhofs – des Atriums (19), Kreuzgang mit innerer Bogenstellung.
An allen bedrohten Wänden des Komplexes wurden konservatorische Tätigkeiten vorgenommen.
Die Pastophorien und die innere Kirchenvorhalle wurden rekonstruiert. In dieser Vorhalle werden unterirdische Grabstätten präsentiert. Als besonders wertvoll gilt der völlig erhaltene Sarkophag (11) in situ. In seinem Innenbereich wurde ein Kurzfilm gedreht.
Das Presbyterium, das konservatorische Gefühl harmonischer Vollendung des Innenraums ist teilweise rekonstruiert, soweit es wissenschaftliche Erkenntnisse zugelassen haben.
